Das Low Latency-Profil von Windows 11 beschleunigt App-Startzeiten mit dem Update vom August 2026
Mit der Veröffentlichung des Sicherheitsupdates vom August 2026 (Build 26200.9168+) verbessert die Funktion Low Latency Profile von Windows 11 nun die Startzeiten von Anwendungen zusätzlich zu ihrem bisherigen Umfang. Nach Tests auf derselben Hardware, sowohl vor als auch nach dem Update, konnten wir deutlich schnellere App-Starts beobachten.
Wie das Low Latency Profile funktioniert
Das Low Latency Profile funktioniert, indem die CPU bei Benutzerinteraktion für ein bis drei Sekunden vorübergehend auf nahezu maximale Frequenz hochgetaktet wird. Dieser kurze Leistungsschub sorgt dafür, dass Aufgaben schnell abgeschlossen werden, bevor die CPU wieder in den Leerlauf zurückkehrt. Dieser Ansatz, oft als "Race to Sleep" bezeichnet, minimiert den Energieverbrauch, indem die Zeit reduziert wird, in der die CPU mit moderaten Taktraten arbeitet.

Zuvor war das Low Latency Profile auf Windows-Shell-Elemente wie das Startmenü, die Suche und das Benachrichtigungszentrum beschränkt. Mit dem Update vom August 2026 (KB5121003) wurde diese Funktion nun auf alle App-Starts erweitert.
MSs Implementierung und der Branchenkontext
MS hat die technische Logik hinter dieser Funktion verteidigt und betont, dass es sich nicht um eine Abkürzung, sondern um eine gezielte Optimierung handelt. Das Konzept des "Race to Sleep" ist nicht neu; ähnliche Scheduling-Techniken werden seit Jahren in macOS und Linux verwendet, insbesondere auf ARM-Chips wie dem Snapdragon X2 und NVIDIA RTX Spark, bei denen Leistungszustandsübergänge in Mikrosekunden erfolgen.
Obwohl die Funktion ursprünglich im Mai-Changelog von Windows 11 erwähnt wurde, war sie zu diesem Zeitpunkt für App-Starts noch nicht aktiviert. Mit dem August-Update hat MS die Funktion vollständig freigeschaltet und spürbare Leistungsverbesserungen geliefert.

Deutliche Verbesserungen bei den App-Startzeiten
Tests haben bestätigt, dass das Update greifbare Vorteile bringt. Wir haben verschiedene Apps wie Notepad, Epic Games Store, Taschenrechner, Chrome, Wetter, PowerPoint und VLC auf einem System mit einem Intel Core i5-13420H (Raptor Lake-P, 4 P-Kerne, 4 E-Kerne) getestet. Nach dem Update erreichten die P-Kerne nahezu ihre maximale Frequenz von 4,6 GHz, während die E-Kerne über 2 GHz erreichten – deutlich höher als vor dem Update.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Apps öffneten schneller, und schwere Anwendungen wie der Epic Games Store luden ihre vollständigen Benutzeroberflächen spürbar schneller. Dieser Leistungszuwachs spiegelt das CPU-Verhalten wider, das zuvor bei Windows-Shell-Elementen beobachtet wurde und jetzt auf Apps ausgeweitet wurde.
So aktivieren Sie das Low Latency Profile für Apps
Das Low Latency Profile für Apps ist in Windows 11 KB5121003 (Build 26200.9168 oder neuer) integriert und wird über den Controlled Feature Rollout bereitgestellt. Falls es Ihr System noch nicht erreicht hat, können Sie es manuell mit dem Open-Source-Tool ViVeTool aktivieren:
- Laden Sie ViVeTool aus dem offiziellen Repository herunter und extrahieren Sie es.
- Öffnen Sie die Eingabeaufforderung und navigieren Sie zum ViVeTool-Verzeichnis (z. B.
cd C:\ViVeTool). - Führen Sie den folgenden Befehl aus:
vivetool /enable /id:58989092,58989177,61391826.
Wir empfehlen jedoch, auf die natürliche Einführung des Features zu warten, da MS es schrittweise auf Geräten aktiviert.

Bedenken zu Akkulaufzeit und CPU-Gesundheit
Umfangreiche Tests haben gezeigt, dass die Funktion keine negativen Auswirkungen auf die Akkulaufzeit oder die thermische Leistung hat. Der CPU-Frequenzanstieg ist kurz und erhöht die Auslastung nicht, sodass es keine messbaren Auswirkungen auf den Energieverbrauch oder die Wärmeentwicklung gibt. Dies stellt sicher, dass die Optimierung sowohl leistungssteigernd als auch energieeffizient ist.

Windows 11: Ein schnelleres, intelligenteres Betriebssystem
Das Low Latency Profile ist Teil von MSs umfassender Initiative, Windows 11 zu optimieren. Das Unternehmen hat Speicherverbesserungen für PCs mit 8 GB RAM und mehr bis Ende 2026 versprochen. Darüber hinaus werden Legacy-Benutzeroberflächenelemente mit dem WinUI-Framework neu aufgebaut, das weniger Speicher und CPU verbraucht als ältere WebView2- und Win32-Komponenten.

Mit kontinuierlichen Bemühungen, die Leistung zu verbessern und den Ressourcenverbrauch zu reduzieren, entwickelt sich Windows 11 stetig zu einem schnelleren und effizienteren Betriebssystem, das sowohl für moderne als auch ältere Hardwarekonfigurationen eine bessere Wahl darstellt.
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